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Opelwerk Rüsselsheim

Von der Nähmaschine zum Automobil

150 Jahre deutsche Firmengeschichte 

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Sibirische Kältegrade und strahlend blauer Himmel – ideale Voraussetzungen für einen Umweltausflug nach Rüsselsheim zur Adam Opel AG. Die Roßdorfer Vereine Landfrauen und Obst und Gartenbau mit ihren Gästen im voll besetzten Bus der Firma Pfannmüller und ihrem Fahrer Siegfried machen sich auf, die bekannte deutsche Autofirma zu besichtigen. Das Unternehmen, das seit 1931 zu General Motors gehört, verfügt nach wie vor über einen attraktiven Standort in Rüsselsheim.

 

Frau Susanna Abraham vom Opel-Forum, dem historischen Bereich, in dem ein riesiges Shopping-Projekt geplant ist, empfängt uns, nachdem wir die majestätische Gestalt des Firmengründers passiert hatten, und weist uns in der mit Oldie- und Neuzeit-Modellen geschmückten Empfangshalle in die Betriebsvorschriften ein: Fotoerlaubnis, Kopfhörer-Behandlung, Notausgänge, strikte „Wege-Begehung“. Und fordert uns auf, zunächst einen kleinen Film – einen „rasanten Bilderbogen von den Anfangsjahren des Opel-Automobilbaus zu den modernsten Fertigungsstraßen der Welt“, wie der Prospekt verspricht, zu besuchen. „Über 100 Jahre sind seit dem Automobilbau bei Opel vergangen.“

 

Ergänzend vernehmen wir: Star ist im Moment der Insignia – die firmeneigene Sicherheitsabteilung umfasst einhundert Mitarbeiter – es gibt ein eigenes Ausbildungszentrum für 17 verschiedene Berufe mit 150 neuen Auszubildenden jährlich bei einer Gesamtzahl von 450 – Opel stellt nicht nur bestellte Neuwagen her, sondern rüstet auch Wagen um (behindertengerecht, Polizei, ADAC).

 

Schon jetzt sehr beeindruckt, besteigen wir einen leuchtend gelben Bus für die „Werkstour“ zu den einzelnen Hallen mit den „Besucherterrassen“. Ein aufregendes Erlebnis wartet auf uns: live einer Autoproduktion „am laufenden Band“ zusehen zu dürfen! Die erste Station ist das Presswerk, „das größte und modernste der Welt, voll automatisiert“. Rohplatinen werden unter hohem Druck geformt, was auch funktioniert; sollte einmal der Strom ausfallen: Dann übernehmen Generatoren den Job, lautet die Antwort auf eine diesbezügliche Frage.

 

Es geht weiter zum Roboterpark, dem Rohkarosseriebau. 760 automatische Geisterarme greifen, schweißen (nicht stanzen!), messen die vorgefertigten Karosserieteile, simuliert am Computer, dann „real“ ausgeführt mit höchster Präzision: „wie bestellt, so gebaut!“ Übrigens sind 7000 Mitarbeiter in der Entwicklung (Ingenieure, Designer, Mechaniker mit Zusatzausbildung) eingesetzt, knapp 4000 in der Verwaltung und knapp 4000 in der Produktion. Wir schauen fasziniert auf die langsam vorbeiziehenden Fließbänder. Wenn sich zum Beispiel mal Schraubenprobleme ergeben, erklingt eine von 113 Melodien, und der „Springer für den Notdienst“ eilt herbei, um zu helfen. (Eigentlich geht es doch recht musikalisch zu in der Halle, stellen wir überrascht fest, und überhaupt nicht laut.) Wenn das nicht klapt, bleibt das Band stehen. Die Order für diese Produktion lautet: „Vermeide Fehler, gibt keine Fehler weiter“, und am „grünen Tisch“ erfolgt, wenn es nötig ist, strenge Ursachenforschung.

 

In der Fertig- und Endmontage, die im Jahr 2002 gebaut wurde, wird es dann richtig romantisch: Wir sind Trauzeugen bei einer HOCHZEIT, der Zusammenführung von Chassis und Karosserie, die getrennt vormontiert wurden. Die Erfindung und Namensgebung erfolgte bereits im Jahre 1936 und ist heute ein weltweit angewandtes Montageprinzip. Die fertigen Produkte rollen dann mit 6 Liter Sprit vom Band – wegen Brandgefahr.

 

Wir verabschieden uns mit einem herzlichen Dankeschön für die lockere, informative Führung bei Frau Abraham, die uns mit Gummibärchen verwöhnt, die genau bis zum Seckbacher Rad reichen.

 

Hier laben wir uns an leckeren Speisen und genießen den guten „Äppelwoi“.

 

Reiseleiterin Irene und Vorsitzende Elvira freuen sich über die gelungene Veranstaltung und wünschen uns einen guten Nachhauseweg. Auch unser Fahrer Siegfried, dem wir für die sichere Fahrt danken, äußert sich begeistert über die „Werkstour“.

 

Nach ein paar Terminhinweisen – Kräppelkaffee, Faschingsveranstaltung und Viertagefahrt nach Leipzig – machen wir uns heiter und vergnügt auf den Heimweg.

 

Roßdorf, den 2. Februar 2012

Text: Gisela Keppler

 

 

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Im Salonwagen die Schweizer Bergwelt erleben und mit
dem Mont-Blanc-Express die französischen Alpen.

Landfrauen-Jahresausflug vom 3. bis 6. Mai 2011

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Dienstag, 03. Mai

Es sind 32 Landfrauen und Gäste, die der verführerischen Einladung des Landfrauen-Vorstands nicht widerstehen können, sich mit dem Schweizer Schokoladenzug (Train du Chocolat) nach traumhaft schöner Bergfahrt in ein köstliches Schokoladenparadies bringen zu lassen... Aber der Reihe nach!

Zu nachtschlafender Zeit – 6.25 Uhr! – besteigen wir gut gelaunt unseren Bus. Wir fahren auf der A 3 in einen sonnigen Tag, passieren Karlsruhe - den schemenhaft aufragenden Schwarzwald im Blick -, Spargelfelder, Freiburg und Kaiserstuhl, das Markgräfler Land, Badenweiler und schlagen nach dem Grenzübergang die Richtung nach der „Bärenstadt“ Bern ein. Unser Fahrer Carlo gibt uns einen Schnellkurs in Schweizer Geschichte, die begann, als sich der keltische Stamm der Helvetier 400 v. Chr. entschloss, hier zu siedeln:

         

Heute 7,8 Millionen Einwohner – 41000 Quadratkilometer – 26 Kantone; höchster Berg die Dufourspitze mit 4634 Metern im Kanton Wallis.1815 anerkannte Neutralität - 1848 parlamentarischer Bundesstaat - 1971 Frauenstimmrecht – viersprachig mit Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch.

Je näher wir unserem Ziel kommen, Leysin, einer knapp 4000-Seelen-Gemeinde im Kanton Waadt, 1377 Meter hoch gelegen: MM (Michas Messung) 4. Etage unseres Hotels, umso mehr ballen sich die Wolken zusammen, bis es schließlich schauerschön regnet. Das hört schließlich auf, hinterlässt aber dichte Nebelschwaden, so dass wir gerade noch die steilen Abgründe und Schluchten erkennen können, an denen wir uns noch nicht serpentinenerprobt, aber von unserem Teufelsfahrer Carlo gekonnt bewältigt, aufwärts bewegen.

Wir fallen nach dem üblichen Willkommens-Ritual in erholsamen Höhenschlaf.

 

Mittwoch, 04. Mai

… doch die Sonne duldet nichts Nasses – frei nach Goethe: Ein strahlender Tag schickt seine Vorboten aus, und dabei bleibt es dann auch zu unser aller Vergnügen bis zum Ende der Reise.

 

O ja, wir sind schon halbe Schluchtenprofis, als wir lässig die ersten 16 Kilometer nach Aigle (Adler) ins tiefe Tal hinter uns bringen. Manche sind sogar so mutig, dass sie sich nicht scheuen, stehenden Fußes aus dem Bus das mittelalterliche Schloss Aigle zu fotografieren, nun im besten Fotografen-Licht. Das alte Gemäuer diente der Gemeinde sogar mal als Gerichtshof, Gefängnis und Spital und ist heute ein Museum.

In Montreux wartet schon „unser Schokozug“, mit Komfort im Wagen der Belle Epoque: Pullman 1915, oder mit Panoramafenster der Moderne ausgestattet. Zur Einstimmung serviert man uns als Gästen der Ersten Klasse (!) ein köstliches Croissant mit Schokoladenfüllung und einen Becher Kakao (wahlweise Kaffee).

Die Schmalspurbahn hebt fast ab, als sie uns in eine zauberhafte Landschaft entführt mit atemlos machenden Ausblicken in die gigantische Schweizer Bergwelt.

Erste Station ist Gruyères, Namensgeberin für die weltbekannte Käse-Spezialität, die man hier herstellt und in einer Ausstellung als „Erlebnis der Sinne“ präsentiert. Nach dem Gruß „Woher du auch kommst, wer du auch bist: sei willkommen!“ lernen die Besucher das umfangreiche Produktionsverfahren vom Stall bis zum Tisch kennen, dargebracht von einer authentischen Berichterstatterin, der heimischen Milchkuh Kirsche, die stolz Einzelheiten aus ihrem herrlichen Leben als schweizerisches Naturkind preisgibt und viele Details aus der weiteren Verarbeitung ihres eigenen „Rohstoff“-Beitrags.

Natürlich sind wir neugierig und kaufen auch was.

Ein Transferbus bringt uns in die Altstadt von Gruyères, zu deutsch Greyerz, und so heißt auch das Schloss, das zu den prachtvollsten in der Schweiz zählen soll. Einst wohnte hier ein bedeutendes Fürstengeschlecht, legendenumwoben mit dem Beispiel der schönen Lucia, doch auch Adlige werden vom Bankrott nicht verschont. Heute sorgt eine Stiftung für den Weiterbestand der gepflegten Anlage mit herrlicher Aussicht auf die Freiburger Voralpen. – Nach soviel Ernährungskunde und Besichtigungseifer genießen wir zünftige Landesspeisen (Käse-Fondue, Speck an Weißbrot) und lassen es uns in rustikalen Gasthäusern gut gehen …

Wir fahren mit dem Transferbus nach Broc, dem ersehnten „Haus Cailler-Nestlé“, in Erwartung „genussvoller Momente“ (ZITAT), und werden nicht enttäuscht! Auch den Schweizern ist offenbar die preußische Tugend nicht fremd: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir tauchen auf einem audiovisuellen, computergesteuerten Rundgang in die geheimnisvolle Geschichte der Kakaobohne ein, einst mexikanische Götterspeise, später als Zahlungs- (100 Bohnen für einen Sklaven) und Genussmittel in alle Welt transportiert, bis man darauf kam, dass man da auch Schokolade draus machen kann. Und das tat Francois Louis Caillier, der 1819 eine Schokoladenfabrik errichtete, nun die älteste in der Schweiz. Dann können wir endlich die köstlichen Pralinen probieren, aus bester Milch von grasenden Kühen in der wiesenfülligen Bergheimat an Ort und Stelle produziert. Eine letzte Etappe in unserem berühmten Zug bis Montreux, wo nun „unser“ Bus wartet, der uns sicher in die Landfrauen-Basisstation Leysin bringt. Salatbüffet, Hähnchen, leckeres Gemüse und herrliche Süßspeisen sorgen für ein ungetrübtes Bar-Erlebnis. Und zur Überraschung der versammelten Gästeschar zündelt „uns Dieter“ am Kamin und entfacht in kurzer Zeit ein wärmendes Feuer.

 

Donnerstag, 05. Mai

Heute steht die Fahrt mit dem Mont-Blanc-Express auf dem Programm, und dazu müssen wir uns erst mal nach Martigny begeben, einer kleinen Stadt mit dem Schloss Batiaz, im schweizerischen Rhonetal gelegen. „Am Berg“ hatte uns ein kleiner Stau wegen Straßenarbeiten aufgehalten, aber wir erreichen erleichtert, recht vergnügt und pünktlich den Bahnhof.

Wieder führt uns eine Schmalspurbahn auf kühnster Trasse in „lichte Höhen mit phantastischen Ausblicken“, an einzelnen Dorfstationen vorbei nach Chamonix. Beim Grenzübergang in die französischen Alpen summen wir als gelernte Republikaner stilgerecht und -gewaltig die Marseillaise, und viel zu bald erreichen wir Chamonix, den bekannten Wintersportort, eingebettet in die überwältigende Kulisse des Mont-Blanc-Massivs. Ein Spaziergang ins sonnige Städtchen, die Zeit auch mit einem kleinen Lunch „mitten unter den Leuten“ ausgefüllt, zum Schluss noch ein leckeres Eis verspeist mit einem T-Shirt als Bonus (die einfallsreiche Anne wird euch sagen, wie sie das gemacht hat!), und schon müssen wir wieder nach Hause: in unserem Bus zur „Station Leysin“.

Der Abend klingt gemütlich an der recht geräumigen Bar aus, nachdem alle noch einmal versichert haben, wie herrlich auch dieser Tag war. Engel eben …

 

Freitag, 06. Mai

Ehe wir uns direkt der Heimat zuwenden, steht noch ein Leckerli auf dem Programm: ein Morgenspaziergang an der Uferpromenade des Genfer Sees in Montreux.

 Wir genießen das Grand-Hotel-Flair, blumengeschmückte Strandwege, schneebedeckte Bergkuppen und die Farben des Sees – und eine Schwanenmutter mit neun flaumbedeckten Jungen!

Nach 600 Kilometern ist die schöne Reise in Roßdorf beendet. 

 

 

Abschied

Und nun sagen wir sehr herzlich „DANKE“, danke allen, die zu dieser eindrucksvollen, unvergesslichen Reise beigetragen haben. Allen voran unser Busfahrer Carlo, der sein Gefährt mit traumhafter Sicherheit über kurvenreichste Serpentinen steuerte, im Team mit Annemarie, der freundlichen, hilfsbereiten Bedienungsfee. Natürlich auch Reiseleiterin Irene und Vorstandschefin Elvira, die tapfer alle gesundheitsbedingten Hindernisse „durchstand“. Und James und Hanne, den rasenden Fotografen. Ferner danken wir der Firma Stewa für den komfortablen Bus und dem Personal des Hotels Central-Résidence Leysin für aufmerksame Bedienung. Und natürlich unseren lieben Gästen, mit denen wir viele schöne Stunden verlebten.

 www.stewa.de

Bruchköbel-Roßdorf, den 8. Mai 2011/kep                     

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„Auf der Himmelsleiter nach oben ...“

Ausflug zur Adventsausstellung „Zum Edengarten“ und zum Weihnachtsmarkt nach Würzburg

  

Wir fahren aus diesig-regnerischer Umgebung zunächst ins schneebedeckte Ippesheim, einem kleinen Dorf hinter Würzburg. Dort lockt eine romantische Kulturscheune das ganze Jahr über die Besucher in seine Ausstellungen, die so illustre Namen tragen wie Rosen im Frühling, Magie und Licht im September oder eben jetzt: „... wir bringen Sie dem Himmel ein Stück näher“. Reiseleiterin Irene Weichert und Vorsitzende Elvira Keim begrüßen neben Landfrauen und Landmännern auch zahlreiche Gymnastik-Frauen der Sportvereinigung 1922 Roßdorf, die wie schon im letzten Jahr die Schar der Weihnachtsmarkt-Ausflügler verstärkt.

Uns erwarten mit viel Liebe und Aufwand geschmückte Räume, eine Welt voller glitzernder Engel und lockenden, kunstvoll gefertigten Geschenken für das Fest. Wir genießen das wundervolle Ambiente, und so mancher kann dem Zauber nicht widerstehen und lässt sich eine Überraschung für den Gabentisch einpacken.

In Würzburg hat der Regen aufgehört, und wir lassen uns durch die lichterglänzenden Straßen der Stadt und die Gässchen des bunt geschmückten Weihnachtsmarktes treiben. Glühwein, vom Weingut kredenzt, Bratwürste mit würziger Zwiebelsoße, Crepes vom Feinsten, aber auch Fingerhandschuhe mit abnehmbaren Spitzen finden ihre Abnehmer, im Caféhaus werden Torten verspeist – aber auch im Dom eine besinnliche Ruhepause eingelegt.

Pünktlich um 18 Uhr treffen wir uns wieder an der Alten Mainbrücke, und unser Fahrer Christoph Koch bringt uns sicher nach Hause, was noch einige Strapazen mit sich bringt, denn von Aschaffenburg an schneit es, im Nu haben sich Straßen und Bäume in eine echte Winterlandschaft verwandelt. Wir sind in guter Obhut gewesen und danken Christoph herzlich für die sichere Heimkehr. Danke auch unserer Reiseleitung für Programm und Organisation mit dem tollen Abstecher in den kunstvoll gestalteten „himmlisch-weihnachtlichen“ Edengarten.

Roßdorf, den 8. Dezember 2010/kep

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„... was die Welt im Innersten zusammen hält“ –

Besuch des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt

Die gut gelaunten vierzig Umweltfreunde aus den Roßdorfer Vereinen Obst und Gartenbau und Landfrauen fahren mit ihren Gästen in diesem Jahr wieder einmal nach Darmstadt, um nach dem ESOC-Forschungszentrum (European Space Organisations Centre) im November 2008 nun das obige Institut kennen zu lernen.

Nach dem üblichen Tausch Personalausweis gegen Namensschildchen am Band werden wir von Cornelia Blöser im Seminarraum zunächst zu einem Vortrag empfangen und auf dem Rundgang noch von Herrn Dr. Ingo Peter begleidet. Sie stellt uns das Forschungsinstitut vor: 1969 gegründet, finden 1975 die ersten Experimente statt, 1990 werden weitere Teile in Betrieb genommen, eine Anlagenvergrößerung ist geplant, zu 90 Prozent staatlich finanziert, 10 Prozent kommen aus Hessen. 1050 Mitarbeiter sind beschäftigt, es bestehen Kooperationen mit etwa 400 Instituten in über 50 Ländern, Forscher reisen weltweit hierher, um den Teilchenbeschleuniger zu benutzen. (Schwere Ionen sind übrigens Atome, von denen ein Teil der Elektrohülle abgestreift wurde - alles klar?)

Was erforschen die Wissenschaftler vor allem? Das All, die Erde: Natur, Gestein, Lebewesen. Woraus bestehen wir? Was sind die Bausteine, die Struktur der Materie? Die Antwort also auf Fausts Bemühen, „zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält ...“ Was im übrigen schon die alten Griechen wissen wollten: ob es kleinste Elemente gibt. Wir erfahren, dass auch Atomkerne noch weiter spaltbar sind, wir hören von Protonen und Neutronen, Quarks und Elektronen (elementaren Bausteinen), dem Periodensystem der Elemente. Wir staunen, dass man sogar Gold herstellen kann. Aber das ist wohl kein so großer Anreiz, denn man benötigt für eine relativ kleine Menge immerhin eine Million Jahre!

Ein wichtiges Ergebnis, sozusagen ein Abfallprodukt der Forschung, ist die bahnbrechende Einsetzung von Ionenstrahlen zur Krebstherapie bei Hirntumoren. Diese können gezielt behandelt werden, und das soll kaum Nebenwirkungen verursachen. 1997 hat man 300 Patienten mit der neuen Methode erfolgreich behandelt, mittlerweile sind es tausend im Jahr. Wenn man eine notwendige Fixierung auch an anderen Körperteilen erreicht, ist eine entsprechende Behandlung mit Ionenstrahlen dort ebenso möglich.

Wir werden in zwei Gruppen aufgeteilt und machen nun einen Rundgang durch die riesigen Betriebshallen, passieren die Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen mit ihren verschiedenen Forschungsmöglichkeiten, hören Erklärungen zur neuen Krebstherapie. Auch hier werden zahlreiche Fragen gestellt, ebenso zum Verkaufserlös eigener Leistungen: „Wir müssen keinen Umsatz machen“, erklärt dazu Claudia Blöser. Im Kontrollraum wird noch lebhaft weiter gefragt, bevor die Führung beendet ist.

„Man kann mit kleinsten Teilchen Erkenntnisse gewinnen über Energieprozesse im Universum“, zieht Claudia Blöser ein abschließendes Resümee.

Zum Schluss danken wir der Stadt Bruchköbel, dass sie unseren Blick ins „Reich der experimentellen Grundlagenforschung“ unterstützt hat. Des weiteren danken wir Reiseleiterin Irene Weichert, unterstützt von Monika Keller, für die Wahl dieses hochinteressanten Umwelt-Ausflugs-Zieles und unserem Busfahrer Christoph, dass er uns wieder sicher nach Hause gebracht hat.

Roßdorf, den 6. Dez. 2010/kep 

 

   

 

 

 

 

 

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