
EHEC – ein Erreger macht Angst: Krankheitsauslösende Stämme eines Darmbakteriums
Vortrag von Elvira Keim
Unsere Vorsitzende Elvira begrüßt die zahlreich erschienenen Mitglieder. Sie wird sich nicht als Ernährungswissenschaftlerin (Ökotrophologin) mit dem Thema befassen, sondern als Botschafterin für hessische Agrarprodukte des Landfrauenverbandes Hessen praktische Ratschläge zur Vermeidung von Ansteckungsgefahren des „Seuchen-Erregers“ für die Verbraucher geben.
Die Referentin weist zunächst auf die wichtige Rolle der Hygiene beim Rohverzehr und der Zubereitung von Lebensmitteln hin, sowohl bei den Produkten selbst (Säuberung, Kochtemperatur), als auch dem Verbraucher (Händewaschen mindestens 30 Sekunden, Bakterien sind gefährlich!). Die Erzeuger der regionalen landwirtschaftlichen Produkte, die Landwirte, stehen auch auf dem Prüfstand: streng kontrolliert von unabhängigen Fachinstituten von der Aussaat bis zur Ernte, ja bis zur Lieferung an den Verbraucher. Hier hat sich, neben allen anderen Marktfirmen, besonders Edeka hervorgetan mit seinem „Gütesiegel für gesicherte Qualität“ und der Aufforderung, Lebensmittel nach der jahreszeitlichen Reife („Was ist zur Zeit auf dem Markt?“) und aus der Umgebung zu kaufen: „Unsere Heimat – echt und gut“.
Elviras Ausführungen lösen ein lebhaftes Echo unter den Zuhörerinnen aus, die „voll bei der Sache sind“ und viele Fragen haben: Frische der Ware, Bioprodukte, Verfallsdaten, Vernichtung von Lebensmitteln, Pflanzenschutzmittel. Heiterkeit ruft die Ansicht einer Verbraucherin hervor: „Ich bin 80, mir kann nichts mehr passieren!!“
Die Landfrauen bedanken sich mit Beifall und „Hüftgold“ (Pralinen) für den interessanten Vortrag mit zahlreichen Tipps fürs „tägliche Leben“
Die Bekanntgabe von Vereinsterminen beschließt eine lehrreiche und trotzdem unterhaltsame Veranstaltung.
Text: Gisela Keppler
Roßdorf, den 14. Oktober 2011
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Pferde als Landschaftspfleger
Heute war festes Schuhwerk angesagt, um berühmte Neubürger aus nächster Nähe zu erleben: die Przewalski-Pferde in Hanau-Großauheim. Acht der in freier Wildbahn ausgestorbenen, jedoch in Zoos weiter gezüchteten „neuen Urväter und Urmütter“ der Wildpferde haben eine willkommene Heimat auf einem ehemaligen amerikanischen Militärgelände gefunden. Ihre poesievollen Namen – Barioja, Ajala, Sira, Abadia, Adina, Galinka, Ginger, Ilonka – sind eine Hommage an den russischen Forschungsreisenden Przewalski, der im 19. Jahrhundert ihre Vorfahren auf einer seiner Expeditionen in den Weiten des Fernen Ostens entdeckte.
Das und vieles Interessante mehr erzählt uns Herr Diplom-Biologe Martin Schroth, den wir schon von seinem aufschlussreichen Vortrag über die Naturschönheiten in unserer hessischen Heimat kennen. Er schildert uns die ganz besondere Voraussetzung für das Heimischwerden der weltbekannten Vierbeiner in dem Großauheimer Gebiet: den seltenen Sand- und Magerrasenboden, auf dem nun auch wieder eine bemerkenswerte Pflanzenvielfalt zu beobachten ist.
Wir schließen hautnahe Bekanntschaft mit den wunderschönen Stuten, die sich zutraulich zum Zaun bewegen, an dem auch ihr Freund Martin Schroth steht – unvergessliche Momente, die einen fesselnden Vortrag begleiten.
Herzlicher Dank an Herrn Schroth für einen außergewöhnlichen Nachmittag, an den wir uns wohl noch lange erinnern werden.
Roßdorf, den 12. Oktober 2011
Text I. Weichert und G. Keppler
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| | | Bilder: HR |
„Im schönsten Wiesengrunde ...“ -Eröffnung des Winterhalbjahres mit einem Streifzug durch heimische Auen
Star des Abends: der Vogel des Jahres, der Gartenrotschwanz
„Greift zu und esst“ – mit diesen aufmunternden Worten an die im Vereinsheim des Vogelschutzvereines („Vogelschutzhäuschen“) Roßdorf erschienenen Landfrauen, vor denen eine Willkommens-Vesper auf Verzehr wartete, eröffnete unsere Vorsitzende Elvira Keim das Winterhalbjahr am gestrigen Freitag.
Nachdem Elvira einige Termine bekannt gegeben hatte, übergab sie das Wort an Rolf Gogné, der den Vogelschützern vorsteht, für den nun schon traditionellen DIA-Vortrag. Auch dieses Mal wurden die erwartungsvollen Besucherinnen nicht enttäuscht: Sie erfreuten sich an der mit dem wachen Blick des Fotografen erspähten erstaunlichen Artenvielfalt von Flora und Fauna „rund ums Dorf“, gebündelt zu prachtvollen Naturschönheiten. Doch auch die gefiederten Gäste wie Zugvögel und Störche, die gegenwärtig zur „Überwinterung mit Futtergenuss “ in ferne Länder unterwegs sind, kamen nicht zu kurz. Sie müssen auf ihrem Weg, sogar bis Kapstadt, viele „schießwütige Hindernisse“ überwinden: in Spanien, Frankreich (besonders gefragt delikate Kibitze und Nachtigallen – eine Dose Nachtigallen-Pastete kostet 300 Vögel das Leben ), Italien (zurückgehend), vor allem aber Malta („Die schießen sogar auf Schmetterlinge.“)
Der Frühlingsbote und „kleine wilde Mann“ Maikäfer eröffnet den jahreszeitlichen Spannungsbogen. Rebhühner-Gelege begegnen uns, Graureiher fühlen sich wieder wohl, seit ihre Brutplätze geschützt sind, Mehlschwalben ebenso, umgeben von Tollblumen, Germer (Nieswurz), der Ackerwinde, Türkenhütchen, dazu Männertreu, der wilden Malve. Es gibt Pflanzen, deren Samen bis zu 100 Jahren unter der Erde warten kann, bis er reif für den „bühnenreifen Auftritt“ ist. Wir ergötzen uns an Schachbrettblumen, Weidenginster („war lange weg, kommt langsam wieder“), Kleearten. Dann lugt mal ein kleiner Wiedehopf aus seinem Steinhaufenversteck hervor, bis Väterchen mit dem Futter im Schnabel einfliegt. Sumpfdotterblumen werden von Uferschnepfen überflogen, und auf dem Roßdorfer Michelsberg gibt es sieben Glockenblumenarten.
Es ist alles so spannend: Um Roßdorf gibt es die meisten Nachtigallen, ein Kuckuck wird von der Heckenbraunelle gefüttert, die Silberdistel glänzt im Sommerlicht, ein Jagdfasan taucht auf, eine Goldammer mit aufgerissenem Schnabel zwecks Revierabsteckens und Weibchenfangs, Mohnblumen leuchten, Kokardendisteln und ihre „nickenden“ Schwestern, Heckenrosen, Waldwindröschen, eine Zippammer – alles Getier und Gewächse in heimischen Gefilden – wie der sehr seltene Ortolan (Gartenammer) und der Hausrotschwanz und sein seit 20 Jahren auf der „roten Liste“ stehende Bruder, der Gartenrotschwanz (Vogel des Jahres). Der Beobachter wartete hier in einem trickreich aufgebauten Versteck „rund ums Nest“ auf den passenden Moment: „Erst kurz vor dem Ausfliegen (der Jungen) mache ich die Aufnahmen.“
„Der Herbst hat auch noch schöne Tage“: Rothalstaucher, Löffelenten, rote und weiße Akelei bevölkern die Leinwand, ein Rebhuhnpaar und ein Nachtreiher in Winterlandschaft schließen den ereignisreichen Spaziergang durch die Jahreszeiten ab. Zum Schluss weist Herr Gogné auf die Kraniche, die jetzt, von Lappland über Mecklenburg (dort stehen schon 70000!) in wärmere Gefilde ziehen. „Das ist sehr früh, das habe ich noch nie erlebt!“). Wir danken ihm herzlich für den großartigen Vortrag.
Und ganz zum Schluss wandert eine bunte Ente von Hand zu Hand und fordert zur „goldenen Spende“ auf: Die Stadt Bruchköbel geht mit gutem Beispiel voran und hat schon ein Storchennest etabliert, die Roßdorfer Vogelschützer möchten gern ein zweites einrichten. Natürlich geben wir gern unseren Obolus für ein solches Vorhaben.
Unsere Finanz- und Reisechefin Irene Weichert beschließt den unterhaltsamen Abend mit Ankündigungen für künftige Unternehmungen und wünscht den Anwesenden einen guten Nachhauseweg.
Roßdorf, den 1. Oktober 2011/kep
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Besuch bei einer alten Dame:
der ältesten noch bestehenden
Tageszeitung Deutschlands,
dem HANAUER ANZEIGER
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Um es gleich vorweg zu sagen – auch wenn gute Nachrichten „in diesem Gewerbe“ angeblich keine sind: Die 36 Roßdorfer Landfrauen und Landmänner, die sich von Herrn Winfried Lind durch das neue Verlagshaus im Industriegebiet Hanau (die Druckerei arbeitet hier schon seit 1996) führen ließen, waren hellauf begeistert von der Fülle der bis ins Detail gehenden Informationen, die sie konzentriert und beeindruckt aufnahmen.
Herr Lind brachte zunächst seine Freude über das große Interesse zum Ausdruck, das auch dem Bestreben der Zeitung diene, die Nähe zum Bürger zu pflegen. Seinem Aufruf zu Besucher-Fragen: „Es soll nichts unbeantwortet bleiben“ folgte man allzu gerne und lebhaft.
Zunächst überraschte die x-beliebige Austauschbarkeit der Verlags- und Redaktionsräume, und viele Gäste verabschiedeten sich von romantischen Vorstellungen wie Bleisatz oder Setzkasten. Aber gehen wir doch zurück zu den Anfängen.
Man schrieb das Jahr 1725, als unter dem Titel "Wöchentliche Hanauer Frag- und Anzeigungs-Nachrichten", die Erstausgabe das Licht der Welt erblickte, der dank der von Johann Gutenberg im 15. Jahrhundert geschaffenen wirtschaftlichen Vervielfältigungsmöglichkeiten eine ungeahnte Nachkommenschaft gesichert war, natürlich mit einer wechselvollen Lebensgeschichte. Seit 1935 ist der Hanauer Anzeiger im Familienbesitz, 1941 kam das allgemeine Zeitungsverbot („aus wirtschaftlichen Gründen“), und seit 1949 erscheint das Blatt wieder, nahm bis Mitte der neunziger Jahre einen blühenden Aufschwung, hat sich dann, wie die ganze Branche, auf neue digitale Medien umgestellt.
Sämtliche Ausgaben seit 1726 sind im Hanauer Stadtarchiv einsehbar.
Die Roßdorfer Besucher lernen nun die einzelnen Arbeitsplätze kennen:
- den Service-Bereich (online kann man Veranstaltungen bundesweit buchen!);
- den Redaktionspool (Sammlung aller Nachrichten und Verteilung);
- den News-Room (hier wird die aktuelle Zeitung gemacht, Druck 24 Uhr);
- die Anzeigenverwaltung für gewerbliche Anzeigen;
- den Arbeitsbereich der Mediengestalter.
Erläuterungen über Auflage, Abonnenten, Zeitungsausträger („Es müssen ausgesuchte Leute sein, auf die man sich verlassen kann“) sind eingeschlossen.
Dann gehen wir ins „Druckhaus“ und lernen eine Offset-Druckplatte kennen, die Druckmaschinen, werden mit vielen spannenden Einzelheiten vertraut gemacht, die uns schließlich große Hochachtung vor dem fertigen Produkt, der Zeitung, abnötigen.
Wieder im Empfangsraum versammelt, vermissen doch viele Gäste, dass der Hanauer Anzeiger aus dem Stadtbild verschwunden ist. „Wir haben darüber lange diskutiert“, bedauert Herr Lind die Maßnahme, und man werde weiter überlegen, wann man ein solches Büro einrichten könne. Es folgen allgemeine Ergänzungen zum überregionalen Nachrichteneingang und zur regionalen Berichterstattung.
Irene Weichert dankt Herrn Lind für den Besuch („Ich glaube, wir verzeihen Ihnen in Zukunft die kleinen Fehler!“) und überreicht ein kleines Präsent. Sie bedauert auch, dass unsere Vorsitzende Elvira Keim nicht dabei sein konnte, weil sie noch ans Bett gefesselt sei. Und einige Besucher sind so angetan von dem, was sie gehört und gesehen haben, dass sie sich sogar zu einem Freitags-Andruck in der Frühe (Samstagsausgabe) anmelden möchten ...
Roßdorf, den 3. Februar 2011/kep
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„Hier spricht die Polizei!“ Vortrag von Stefan Adelmann
Gestern begrüßte unsere Vorsitzende Elvira Keim im gut besuchten Klubraum der Mehrzweckhalle zunächst zwei Beamte von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, die der Schutzpolizei zuzurechnen ist. Sie freute sich, dass viele Landfrauen ihre „Landmänner“ mitgebracht hatten und zahlreiche weitere Gäste erschienen waren.
Stefan Adelmann sagte zunächst zum Thema „Einbruchssicherung rund ums Haus“, dass seine Aufgabe vor allem darin bestünde, die Bürger an Ort und Stelle zu beraten. „Ich komme zu Ihnen nach Hause, wir haben eine Stunde Zeit, ich gucke mir Ihr Haus und Ihre Türen an.“ Nach einer Analyse der gefährdetsten Stellen schlage er vor, was zu verbessern wäre und gebe dazu Informationsmaterial über qualifizierte, sinnvollste und vernünftigste Lösungen. Er teilte für eine kostenfreie Beratung seine Telefonnummer mit: 06181 100 233.
Dann ging der Referent auf die einzelnen Einbruchsformen ein, allen voran die Aufhebelung von Fenstern an der Öffnungsseite (75 Prozent aller Einbrüche), die man zum Beispiel durch eine Pilzkopfverriegelung oder eine Teleskopstange verhindern könne. Die Eingangstür sollte so robust wie möglich sein und zum Beispiel durch Zusatzschloss, Quer- oder Panzerriegel gesichert sein. Er sprach über weitere sensible Stellen im Haus: Keller- und Waschküchenfenster, Lichtschachtabdeckungen, erwähnte „Aufstiegshilfen“ für Täter wie Mülltonnen (Fahrradschloss-Sicherung!) und herumstehende Leitern und wie man Licht und Strom in den Schutz seines Hauses einbeziehen könne.
In seinem Vortrag sprach Stefan Adelmann auch über „täterfeindliche Grundstücksgestaltung“, Wertsachen-Schutz, Fahrzeug-Sicherung (Ist das Auto wirklich zu? Nehmen Sie bitte Ihre Wertsachen mit, bevor es ein anderer tut!) und forderte: Machen Sie persönliche Angaben im Internet nicht zum „offenen Haus für Einbrecher“.
Durch seine mit vielen praktischen Beispielen aufgelockerten Ausführungen zog sich wie ein roter Faden der Hinweis, wie hilfreich wachsame Nachbarn bei der Verhinderung von Einbrüchen sind.
Elvira Keim dankte Herrn Adelmann für seinen interessanten Vortrag und überreichte ihm einen „hausinternen“ Einkaufsbeutel mit der Aufforderung: „Denken Sie an die Landfrauen, wenn Sie mit Ihrer Frau einkaufen gehen!“ (Heiterkeit und sehr herzlicher Beifall aller Anwesenden)
Roßdorf, den 26. November 2010/kep